Ach du Schreck: Kann das Herz vor lauter Schock aufhören zu schlagen?

Ach du Schreck: Kann das Herz vor lauter Schock aufhören zu schlagen?

Das Herz ist der Motor des Lebens. Jede Minute pumpt es im Ruhezustand etwa 60- bis 80-mal, befördert dabei literweise sauerstoffreiches Blut durch den Körper. So richtig aus dem Takt geraten darf es dabei nicht. Was aber, wenn einem vor Schreck sprichwörtlich das Herz stehen bleibt?

Ein Schreck führt nur selten zum Tod

Ein nervenaufreibender Horrorfilm, eine Runde mit der Geisterbahn oder eine furchteinflößendes Horror-Game auf der Spiele-Konsole, manchmal gefriert einem sprichwörtlich das Blut in den Adern! Das Herz rast wie wild, kalter Schweiß läuft einem über die Stirn, der Körper ist in Alarmbereitschaft. Gesunde Menschen können allerdings aufatmen, wer keine Vorerkrankung hat, hat kaum etwas zu befürchten. Ein gesundes Herz bleibt nicht einfach so stehen, da kann der Schreck noch so groß sein.

Anders sieht es bei älteren Menschen mit Vorerkrankungen wie Gefäßverengungen und Bluthochdruck aus. Durch eine Schrecksituation wird das Stresshormon Adrenalin ausgeschüttet. Das führt zu einem plötzlichen Blutdruckanstieg, das kann eine Herz-Rhythmusstörung auslösen. Manchmal kann dann nur noch ein Elektroschockgerät das Herz wieder in den richtigen Takt bringen.

Tipp: Spiele wie Ghost Slider hören sich zwar schaurig an, sind aber gar nicht gruselig, obwohl Geister zu sehen sind. Erschrecken könnte man sich höchstens, wenn man unerwartet den Jackpot knackt!

Broken-Heart-Syndrom – tödlicher Herzschmerz?

Jeder, der schon mal unglücklich verliebt war, kennt das beklemmende Gefühl von Herzschmerz in der Brust. Was viele nicht wissen: Man kann theoretisch sogar an einem „gebrochenen“ Herzen sterben. Das nennt sich Broken-Heart-Syndrom und kann auftreten, wenn sich jemand so stark aufregt, weil er vom Tod eines Verwandten erfahren hat. Daraufhin werden vermehrt Stresshormone ausgeschüttet. Daraufhin verkrampft sich der Herzmuskel und kann tödlich aus dem Takt geraten.

Der Herzschlag passiert unbewusst

Das autonome Nervensystem steuert den Herzschlag über Vagus-Nerv und Sympathikus. Zudem unterliegt das Herz weiteren Reizeinflüssen wie Körpertemperatur oder Medikamenteneinnahme.

  • Der Sympathikus ist Teil des vegetativen Nervensystems. Er steuert, ohne dass wir es bewusst beeinflussen können, automatisch ablaufende Vorgänge wie die Organregulation und treibt den sogenannten Sinusknoten an, den Taktgeber des Herzens.
    Bei Stress und Angst wird der Sympathikus aktiviert und die Leistungsfähigkeit erhöht. Die Herzfrequenz steigt an, der Blutdruck erhöht sich, die Muskeln werden durchblutet und mit Sauerstoff versorgt, der Organismus ist in Alarmbereitschaft zur rettenden Flucht.
  • Der Vagus-Nerv ist Teil des parasympathischen Nervensystems, das zum vegetativen Nervensystem gehört. Er ist der Gegenspieler des Sympathikus und wirkt entspannend auf Organe und Blutkreislauf. Der Vagus verlangsamt den Herzschlag und regt die Verdauung an.

Mehr zum Thema Herz und Herzgesundheit erfahren Sie auf der Website der Deutschen Herzstiftung.

Bildquelle: Pixabay, secret, 2681508_1280