Schmetterlinge im Bauch: Was passiert, wenn wir uns verlieben

Frühlingsgefühle, Schmetterlinge im Bauch. Was gibt es Schöneres und Aufregenderes als sich zu verlieben? Alles scheint möglich, alles ist auf einmal wunderbar, die Farben intensiver, die Welt schöner.

Die Liebe ist nicht nur eine Himmelsmacht, sie bereitet uns auch den Himmel auf Erden. Zumindest eine ganze Zeit lang. Für den Romantiker ist sie das Höchste, für den Realisten eher reine Biochemie. Und manchmal kann sie auch die Hölle sein.

Schmetterlinge im Bauch und Herzklopfen beim verlieben © jkavo/Flickr

Schmetterlinge im Bauch: Romantik und Biochemie

Wir verlieben uns durchaus mehrmals im Leben, je nach Persönlichkeit. Aber jemanden zu lieben, bedeutet schon mehr, und auch das kann uns ein paarmal passieren. Wenn ein Mensch sich verliebt, spielen seine Hormone „verrückt“ und er befindet sich in einem Ausnahmezustand. Verliebtheit kann auch durchaus eine einseitige Angelegenheit sein und obsessive Züge annehmen.

Die US-Amerikanerin Helen Fisher hat die biochemischen Vorgänge im Körper näher untersucht. Nach ihrer Interpretation sucht der Mensch immer nach seiner Ergänzung, auch biochemisch. Jeder hat ein eigenes hormonelles Profil und die Hormone bestimmen, welcher Partner für uns in Frage kommt um möglichst starke und gesunde Nachkommen zu zeugen – im Gegensatz können hormonelle Verhütungsmethoden ungewollte Schwangerschaften vorbeugen. Durch Pheromone, das sind kaum wahrnehmbare aber äußerst wirkungsvolle Duftstoffe, erkennen Frauen und Männer potentielle Partner, die für das „Projekt Nachkommenschaft“ am besten geeignet sind.

Verlieben: Wenn die Hormone verrückt spielen

Wenn wir uns verlieben, haben die Hormone ihren großen Einsatz. Ein Hormoncocktail tobt durch den Körper, und verleitet uns, verrückte und manchmal auch gefährliche Dinge zu tun. Dopamin macht euphorisch, wir sind in einem rauschähnlichen Zustand, das Denken kreist nur noch um die Person unserer Begierde und wir haben einen Tunnelblick. Ein verliebter Mensch sieht wirklich alles rosarot, jedes Telefonklingeln lässt das Herz rasen und wir können einfach nicht genug von dieser Person bekommen.

Auch das Vasopressin kommt verstärkt zum Einsatz. Es bereitet die erogenen Zonen auf eine körperliche Vereinigung und einen Orgasmus vor. Auch dies ganz im Sinne der Arterhaltung. Dadurch wird auch klar, dass Sex im Kopf anfängt, dort befindet sich die Schaltzentrale, und auch das „Geruchshirn“ ist hier zu Hause. Hier fällt die Entscheidung, ob wir jemanden gut riechen können und welche Emotionen ausgelöst werden.

Oxytocin, Serotonin und Testosteron

Das Hormon Oxytocin, auch „Kuschelhormon“ genannt, wird ebenfalls vermehrt ausgeschüttet. Es sorgt dafür, dass der Mensch bereit ist, eine enge Beziehung einzugehen. Übrigens ist es auch für die Mutter-Kind Bindung verantwortlich. Das „Männlichkeits-Hormon“ Testosteron spielt eine zwiespältige Rolle, wenn Menschen sich verlieben. Bei Frauen steigt sein Spiegel an und bei verliebten Männern nimmt er ab. Dadurch gleichen sich bei den Männern die Agressivität und Neigung, sich bei vielen Frauen zu versuchen, und die passiven Eigenschaften der Frauen an und das bewirkt eine harmonische Beziehung. Diese ist wichtig im Hinblick auf eventuelle Nachkommen, denn in der Natur geht es letztendlich immer um die Erhaltung der Art.

Interessanterweise sinkt das „Glückshomon“ Serotonin erst einmal ab wenn wir uns verlieben. Das erklärt vielleicht, dass wir „krank vor Liebe“ sein können. Ist die erste Verliebtheit abgeklungen und in ein beständiges Gefühl übergegangen, steigt der Serotoninspiegel wieder an.